Nagra - Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle
Das Akronym Nagra steht für „Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle“. Die Nagra wurde 1972 in der Schweiz, aufgrund gesetzlicher Verpflichtung, zur Entsorgung von radioaktiven Abfällen in Form einer Kooperative gegründet. Zum Einen handelt es sich bei den einzelnen Genossenschaftsmitgliedern um die fünf verschiedenen KKW - Betreiber und zum Anderen um den Schweizerischen Staat in Form der Schweizerischen Eidgenossenschaft an sich.
Alleiniges Ziel der Genossenschaft ist die zuverlässige Entsorgung und die sichere Endlagerung von radioaktiven Abfällen, welche in der Schweiz in Medizin, Forschung, Industrie und aus der Kernenergie anfallen, um Mensch und Umwelt dauerhaft und wirksam vor gesundheitsschädlichen radioaktiven Emissionen zu schützen. Sie hat Ihren Sitz in Wettingen im Kanton Aargau. Mit der Abfallentsorgung sind dort derzeit etwa 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
Das Entsorgungskonzept gründet sich auf so genannte geologische Tiefenlager. Diese Tiefenlager sind eingerichtete Räume zur Lagerung von hoch- mittel- und schwach radioaktiven Abfällen in jeweils mehreren Hundert Metern Tiefe. Hinreichende Bedingung muss die Stabilität der dort anzutreffenden Gesteinsschichten sein, welche die für den radioaktiven Abfall erforderliche Langzeitstabilität aufweisen muss. Die Frage der genauen Standorte wird erst noch in den kommenden Jahren abschließend geklärt. Dabei haben sich die Verantwortlichen an einem „Sachplan“ zu orientieren, der vom schweizerischen Bundesrat im April 2008 erlassen wurde. Das gesamte Verfahren steht unter staatlicher Aufsicht. Die Region "Nördlich Lägeren" eignet sich nach vorhandenen Erkenntnissen, möglicher Weise in besonderer Weise als ein Standort für ein derartiges geologisches Tiefenlager.
Von besonderem Interesse für die Wissenschaft ist das 1983 in 450 Meter Tiefe errichtete und von 1995 bis 1997 nochmals erweiterte Felslabor Grimsel im Aarmassiv. In Folge der dort vorzufindenden geologischen Felsformationen innerhalb dieses weltweit einzigartigen Versuchsgeländes lassen sich sowohl Ausbreitungsversuche von Radionukliden unter kontrollierten Bedingungen, als auch die gesamte Methodologie von Lagerkonzepten in großem Maßstab unter weitgehend realistischen Annahmen überprüfen.
Der Aktionsradius der Nagra ist jedoch nicht einzig auf die Schweiz begrenzt, sondern diese bietet ihre Expertise zugleich zahlreichen Partnern und Kunden nördlich und südlich des Äquators an. Ihr, aus über 30 Jahren Arbeit, gewonnenen Erfahrungen, besonders auf dem Gebiet der Tiefenlagerung für radioaktive Abfälle, hat sich zudem auch auf andere, nationale Entsorgungsprogramme, als auch auf technische Anwendungen, außerhalb des eigentlichen Kerngeschäfts als besonders wertvoll erwiesen.
Die Finanzierung der Nagra – Aufgaben, also der laufenden und aller zukünftigen Entsorgungskosten, erfolgt durch Einrechnung der anfallenden Kosten in die jeweils aktuellen Stromtarife.